Unternehmenskauf

Am Anfang eines jeden Unternehmenskaufes bzw. Unternehmensverkaufes steht die Frage, ob Gesellschaftsanteile des Unternehmens gekauft bzw. verkauft oder aber einzelne Wirtschaftsgüter gekauft bzw. verkauft werden.

Beim sog. Share-Deal erwerben Käufer die Gesellschaft durch Kauf aller oder fast sämtlicher Anteile einer Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft.

Beim sog. Asset-Deal erwerben Käufer das der Gesellschaft gehörende Vermögen und lassen sich die einzelnen Wirtschaftsgüter wie Grundbesitz, Warenbestand, Maschinen, Produktionsanlagen sowie Rechte, Verträge und Verbindlichkeiten des Unternehmens übertragen.

Eine besondere Form des Unternehmenskaufes bildet die Verschmelzung nach dem Umwandlungsgesetz, bei der die gesamten Wirtschaftsgüter im Wege der Gesamtrechtsnachfolge auf das kaufende Unternehmen übergehen.

Der Unternehmenskauf ist grundsätzlich nicht formbedürftig.

Jedoch ergibt sich aus einzelnen gesetzlichen Regelungen die Erforderlichkeit einer notariellen Beurkundung des Unternehmenskaufvertrages.

Beispielsweise bedarf es der notariellen Form bei der Übertragung von Geschäftsanteilen an einer GmbH, § 15 GmbHG, oder auch für den Fall, dass das zu übertragende Unternehmen über Grundbesitz verfügt und dieser ebenfalls Gegenstand der Übertragung ist, vgl. § 311 b BGB.

Wir beraten und helfen Ihnen gerne bei der Entscheidungsfindung, welche Art des Unternehmenskaufes für Sie in Betracht kommt.

Selbstverständlich geschieht dies in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Sie betreuenden Steuerberatern.

Beim Asset-Deal nimmt der Käufer jedes einzelne Wirtschafsgut genau in Augenschein, bevor er es erwirbt. Der Käufer handelt insoweit in der sicheren Kenntnis, welche Verpflichtungen auf ihn zukommen.

Bei einem Asset-Deal haftet für die im Unternehmen begründeten Verpflichtungen grundsätzlich der Verkäufer.

Hier liegt der Wesensunterschied zum Share-Deal.

Beim Share-Deal haftet der Erwerber für die in dem Unternehmen begründeten Verbindlichkeiten grundsätzlich fort. Daher hat der Erwerber für den Fall, dass das zu erwerbende Unternehmen sich in einer wirtschaftlichen Krise befindet, genauestens zu überprüfen, ob und inwieweit bereits ein Insolvenzgrund (Überschuldung und/oder drohende Zahlungsunfähigkeit) besteht. Für diesen Fall ist der Käufer verpflichtet, einen Insolvenzantrag zu stellen.

Beim Asset-Deal kann sich der Käufer wie in einem Supermarkt nur die Vermögensgegenstände/Waren aussuchen, die für ihn wertvoll/werthaltig sind.

Im Fall der Insolvenz haftet der Käufer im Rahmen eines Asset-Deals nicht für Verbindlichkeiten gegenüber den beim Betriebsübergang übernommenen Arbeitnehmern.

Aus dieser groben Gegenüberstellung der beiden Varianten, Asset-Deal und Share-Deal, ergibt sich zumindest für den Fall, dass eine wirtschaftliche Krise des zu erwerbenden Unternehmens nicht droht, dass der Share-Deal grundsätzlich die sinnvollere Alternative darstellt. Der Vertrag bei einem Share-Deal kann auch schlanker gestaltet werden als beim Asset-Deal.

Dies liegt allein in der Tatsache begründet, dass beim Asset-Deal jedes einzelne der zu erwerbenden Wirtschaftsgüter mit sämtlichen dazu gehörigen Dauerschuldverhältnissen wie beispielsweise Arbeitsverträgen in den Kaufvertrag aufzunehmen ist.